Warum sind Farben und Kunst Medizin für die Seele?

Schon die alten Griechen wussten: "Nur die Berührung mit der Kunst und dem Schönen vermag das Innerste des Menschen aus der Starre der tiefsten menschlichen Not hervorlocken" (Platon). In einer technisierten und beschleunigten Arztpraxen- oder Krankenhausumgebung können originale Kunstwerke dem Menschen aus seiner Isolation helfen. Wenn ein Bild den richtigen Ton trifft, tritt es mit dem Betrachter in einen konstruktiven Dialog, der nicht mehr das Kranksein in den Mittelpunkt stellt. Der Patient kann sich auf neue und andere Art mit sich und seiner Krankheit auseinandersetzen, ihr vielleicht sogar eine neue Bedeutung verleihen. Gleichzeitig ist er abgelenkt von Schmerzen und der stets bedrückenden Hospitalatmosphäre, er wird beruhigt und aufgebaut. Die geistige Beschäftigung unterstützt die klassische Therapie sinnvoll und wirksam.

Kunst stimuliert, wenn sie denn farbenfroh und positiv ausgerichtet ist. Sie fördert die Kommunikation, die Menschen in Kontakt miteinander bringt und trägt so ganz erheblich zum Heilungserfolg bei. Kunst im Krankenhaus bedeutet also für den Patienten nicht nur eine heilungsfördernde und für Angehörige und Mitarbeiter wohltuende Abwechslung, sondern hat tiefgreifende emotive Wirkungen. Isabel Grüner, Kunstbeauftragte am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, ist von der therapeutischen Wirkung bildender Kunst überzeugt: „Nur eine ganzheitliche Heilung ist nachhaltig. Eine medizinische und pflegerische Behandlung ist erst dann erfolgreich, wenn auch die Sinnesebene mit eingeschlossen wird. Vor allem der Einsatz von farbigen Originalkunstwerken gibt sinnliche und geistige Impulse, die beruhigend und anregend auf die Psyche und damit entspannend auf das körperliche Befinden der Patienten wirken.“ - Kunst ist Hilfe zur Selbsthilfe.

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